Was kostet ein Naturgarten? Die ehrliche Rechnung eines Meisterbetriebs
Was kostet ein Naturgarten?
Ein Naturgarten kostet je nach Umfang zwischen 50 und 150 Euro pro Quadratmeter. Für einen durchschnittlichen Garten mit 300 m² solltest du mit 15.000 bis 45.000 Euro rechnen. Die große Spanne erklärt sich durch die Elemente: Eine Wildblumenwiese mit Wegen liegt am unteren Ende, ein kompletter Garten mit Naturteich, Trockenmauern und Sitzplätzen am oberen. Der entscheidende Punkt: Nach 5 Jahren ist ein Naturgarten fast immer günstiger als ein konventioneller Garten — weil die laufenden Kosten gegen null gehen.
Letzte Woche saß ich bei einem Ehepaar in Kaufbeuren am Küchentisch. Neubau, 400 Quadratmeter Garten, noch komplett nackte Erde. Sie hatten drei Angebote eingeholt — zwei von konventionellen Gartenbaubetrieben, eins von mir. Ihr erster Satz: "Herr Thierfelder, wir hätten gerne einen Naturgarten, aber wir wissen nicht ob wir uns das leisten können."
Mein Angebot war das günstigste der drei. Um fast 8.000 Euro.
Das überrascht die meisten Leute. Weil sie denken, Naturgarten sei irgendwie Premium — ein Luxus für Leute mit Öko-Budget. In Wahrheit ist es umgekehrt. Ein konventioneller Garten mit Rollrasen, Thujenhecke und automatischer Bewässerung kostet in der Anlage oft mehr als ein Naturgarten. Und in der Pflege über 10 Jahre? Da wird der Unterschied brutal.
Die Preise, die dir kein Gärtner auf die Website schreibt
Ich verstehe, warum die meisten Betriebe keine Preise nennen. Jeder Garten ist anders, Pauschalpreise sind unseriös, blablabla. Stimmt alles. Trotzdem stehst du als Kunde da und hast keine Ahnung, ob du mit 5.000 oder 50.000 Euro rechnen musst. Das hilft niemandem. Also hier die echten Zahlen aus meinen Projekten der letzten Jahre im Allgäu:
Wichtig zu wissen: Ich mache keine Pauschalangebote. Am Ende wird der tatsächliche Aufwand abgerechnet — Arbeitsstunden, Maschinen, Materialien. Alles transparent und nachvollziehbar. Du bekommst vorher eine detaillierte Kostenschätzung, damit du weißt, in welchem Rahmen du dich bewegst. Aber du zahlst nur, was wirklich angefallen ist. Keine versteckten Aufschläge, keine bösen Überraschungen.
Wildblumenwiese statt Rasen: 8 bis 15 Euro pro Quadratmeter. Klingt wenig, ist es auch. Alten Rasen abtragen, Boden abmagern, regionale Saatmischung einsäen. Bei 150 Quadratmetern bist du bei 1.200 bis 2.200 Euro. Und ab dem zweiten Jahr kostet dich die Fläche: nichts. Zweimal mähen, fertig.
Staudenbeet mit heimischen Wildstauden: 40 bis 80 Euro pro Quadratmeter. Bodenvorbereitung, Pflanzung, Ansaat. Je mehr verschiedene Arten, desto teurer — aber auch desto pflegeleichter, weil die Pflanzen Lücken schließen, in denen sonst Unkraut wächst.
Natursteinmauer (Trockenmauer): 250 bis 450 Euro pro laufenden Meter, je nach Höhe und Steinmaterial. Klingt viel. Ist es auch — aber eine Trockenmauer hält 100 Jahre, braucht null Pflege und ist gleichzeitig Lebensraum für Eidechsen, Wildbienen und Hummeln. Ein Holzzaun kostet weniger, muss aber alle 10–15 Jahre ersetzt werden.
Naturteich (ohne Technik, selbstreinigend): 5.000 bis 15.000 Euro, je nach Größe. Kein Filter, keine Pumpe, keine Stromkosten. Ein konventioneller Gartenteich mit Technik kostet ähnlich in der Anlage — aber 200 bis 400 Euro Strom und Wartung pro Jahr. Über 10 Jahre: Naturteich 0 Euro Folgekosten, konventioneller Teich 2.000 bis 4.000 Euro.
Die Rechnung, die niemand aufmacht
Hier wird es interessant. Denn fast alle Kunden vergleichen nur die Anlagekosten. Das ist wie ein Auto nach dem Kaufpreis zu beurteilen, ohne auf den Spritverbrauch zu schauen.
Ich habe mal zusammengerechnet, was ein typischer 300-Quadratmeter-Garten im Allgäu über 10 Jahre wirklich kostet. Konventionell: Rollrasen, Thujenhecke, ein paar Rosen, Bewässerungsanlage. Naturgarten: Wildblumenwiese, Staudenbeete, Natursteinweg, ein kleiner Teich.
Anlagekosten konventionell: rund 22.000 Euro. Anlagekosten Naturgarten: rund 25.000 Euro. Auf den ersten Blick liegt der Naturgarten vorne — also teurer. Jetzt die Folgekosten.
Der konventionelle Garten: 800 Euro pro Jahr für Rasenpflege (Dünger, Vertikutierer, Bewässerung, Nachsaat), 300 Euro für Heckenschnitt (zweimal im Jahr), 200 Euro für Pflanzenschutz und Ersatzpflanzungen, 150 Euro Strom für Bewässerungsanlage und Teichpumpe. Macht 1.450 Euro pro Jahr. Über 10 Jahre: 14.500 Euro. Gesamtkosten konventionell: 36.500 Euro.
Der Naturgarten: 150 Euro pro Jahr für zweimaliges Mähen der Wildblumenwiese und gelegentliches Staudenrückschnitt. Das war's. Über 10 Jahre: 1.500 Euro. Gesamtkosten Naturgarten: 26.500 Euro.
Differenz: 10.000 Euro. Zugunsten des Naturgartens. Und das, obwohl er in der Anlage sogar 3.000 Euro teurer war.
Diese Rechnung funktioniert im Allgäu besonders gut, weil wir so viel Regen bekommen. Im Raum Kempten fallen 1.200 mm pro Jahr — da braucht ein Naturgarten mit heimischen Pflanzen kein einziges Mal gegossen zu werden. Ein Rasen schon. Und eine Bewässerungsanlage kostet nicht nur Strom, sondern auch 1.500 bis 3.000 Euro in der Installation.
Wo du nicht sparen solltest (und wo schon)
Jetzt wird's ehrlich. Es gibt Stellen, an denen ich Kunden rate zu sparen. Und Stellen, an denen Sparen teuer wird.
Nicht sparen bei der Planung. Ein guter Plan kostet 800 bis 2.000 Euro — je nach Gartengröße und Detailtiefe. Klingt nach viel für ein paar Zeichnungen. Aber ein Plan verhindert, dass du 3.000 Euro für Pflanzen ausgibst, die am falschen Standort stehen und nach zwei Jahren eingehen. In meiner Erfahrung spart eine professionelle Planung das Drei- bis Fünffache ihres Preises.
Nicht sparen beim Boden. Wenn du Staudenbeete im Allgäuer Lehmboden anlegst, ohne den Boden vorzubereiten, wirst du Pflanzen verlieren. Bodenverbesserung kostet 5 bis 10 Euro pro Quadratmeter. Das klingt wenig — und genau das ist der Punkt. Für 500 Euro Bodenverbesserung verhinderst du 2.000 Euro Nachpflanzungen.
Sparen kannst du bei der Bepflanzung — indem du kleiner kaufst. Eine Staude im 9er-Topf kostet 3 bis 4 Euro. Im 2-Liter-Topf: 8 bis 12 Euro. Die kleine Pflanze holt den Größenunterschied in einer Saison auf. Bei 200 Stauden sind das 1.000 bis 1.600 Euro Ersparnis. Kein Mensch sieht nach einem Jahr den Unterschied.
Und sparen kannst du, indem du in Etappen arbeitest. Nicht alles auf einmal. Dieses Jahr die Wildblumenwiese und den Hauptweg. Nächstes Jahr die Staudenbeete. Übernächstes Jahr den Teich. Die meisten unserer Kunden verteilen das Projekt über 2 bis 3 Jahre. Das schont das Budget und hat einen Nebeneffekt: Du siehst, wie sich der Garten entwickelt, und kannst die nächsten Schritte anpassen.
Was kostet ein Naturgarten im Allgäu konkret? Drei echte Beispiele
Beispiel 1: Reihenhausgarten in Kempten, 120 Quadratmeter. Wildblumenwiese statt Rasen, ein Staudenbeet, Natursteinweg, kleiner Sitzplatz mit Kiesfläche. Kosten: 8.500 Euro. Jährliche Pflege: unter 100 Euro.
Beispiel 2: Einfamilienhaus in Sonthofen, 350 Quadratmeter. Kompletter Naturgarten mit Wildblumenwiese, drei Staudenbeeten, Natursteinmauer (8 Meter), Holzterrasse, Totholzbereich, Obstbäume. Kosten: 28.000 Euro, aufgeteilt auf zwei Jahre. Jährliche Pflege: 200 Euro.
Beispiel 3: Großer Garten in Marktoberdorf, 600 Quadratmeter. Komplette Umgestaltung von Schottergarten zu Naturgarten. Naturteich mit Flachwasserzone, Trockenmauer, Wildblumenwiese, Kräuterspirale, Permakultur-Bereiche, Natursteinwege. Kosten: 52.000 Euro, aufgeteilt auf drei Jahre. Jährliche Pflege: 300 Euro.
Drei Gärten, drei Budgets, ein gemeinsamer Nenner: Alle drei kosten nach der Anlage fast nichts mehr. Kein Dünger. Kein Bewässerungsstrom. Keine jährlichen Nachpflanzungen. Und alle drei sehen jedes Jahr besser aus, nicht schlechter.
Die Frage, die du dir eigentlich stellen solltest
Die meisten Leute fragen: "Was kostet ein Naturgarten?" Die bessere Frage wäre: "Was kostet mich mein Garten in den nächsten 20 Jahren?" Denn der Kaufpreis ist nur ein Teil der Geschichte. Der andere Teil sind 20 Jahre Rasenmähen, Düngen, Gießen, Heckeschneiden, Nachpflanzen.
Oder 20 Jahre: zweimal im Jahr mähen und sonst den Garten genießen.
Der Naturgarten ist nicht die billige Option. Er ist die kluge. Er kostet am Anfang manchmal sogar etwas mehr — aber ab dem dritten Jahr verdienst du das Geld zurück. In eingesparter Arbeitszeit, in eingesparten Materialkosten, in eingesparten Nerven. Und in einem Garten, in dem es summt, blüht und lebt, während der Rasen nebenan wieder braun wird.
Du willst wissen, was dein Garten konkret kosten würde? Wir machen ein kostenloses Erstgespräch — kein Verkaufsdruck, nur eine ehrliche Einschätzung. Ruf an unter +49 160 935 16103 oder schreib an info@naturraum-gestaltung.de. Wir schauen uns die Situation an und sagen dir, was möglich ist — und was es kostet.
Häufige Fragen
Was kostet ein Naturgarten pro Quadratmeter?
Zwischen 50 und 150 Euro pro Quadratmeter, abhängig von den gewünschten Elementen. Eine reine Wildblumenwiese mit Wegen liegt bei 50–80 Euro/m², ein kompletter Naturgarten mit Teich, Trockenmauern und vielfältiger Bepflanzung bei 100–150 Euro/m². Im Allgäu liegen die Preise im bundesweiten Durchschnitt.
Ist ein Naturgarten teurer als ein normaler Garten?
In der Anlage sind die Kosten vergleichbar — mal etwas mehr, mal etwas weniger, je nach Ausstattung. Der große Unterschied liegt in den Folgekosten: Ein konventioneller Garten kostet 1.000 bis 1.500 Euro pro Jahr für Pflege, Dünger und Bewässerung. Ein Naturgarten: 100 bis 300 Euro. Über 10 Jahre sparst du mit einem Naturgarten typischerweise 8.000 bis 12.000 Euro.
Kann ich einen Naturgarten auch schrittweise anlegen?
Ja, und viele unserer Kunden machen das genau so. Im ersten Jahr die Wildblumenwiese und Wege, im zweiten die Staudenbeete, im dritten vielleicht ein Teich. Das verteilt die Kosten und hat den Vorteil, dass du sehen kannst, wie sich der Garten entwickelt, bevor du den nächsten Schritt planst.
Was kostet die Planung eines Naturgartens?
Eine professionelle Gartenplanung liegt bei 800 bis 2.000 Euro, je nach Grundstücksgröße und Detailtiefe. Das klingt erstmal nach viel — aber ein guter Plan verhindert teure Fehler bei der Pflanzenwahl und Standortplanung. In unserer Erfahrung spart eine Planung das Drei- bis Fünffache ihres Preises.
Welche Fördermöglichkeiten gibt es für Naturgärten?
Einige Gemeinden im Allgäu fördern die Umgestaltung von Schottergärten in naturnahe Gärten. Die Förderhöhe variiert — meist 500 bis 2.000 Euro. Außerdem bietet das bayerische Programm 'Bayern blüht — Naturgarten' eine Zertifizierung, die zwar kein Geld gibt, aber den Wert deiner Immobilie steigern kann. Wir beraten dich gerne zu aktuellen Fördermöglichkeiten.
Saisonaler Gartenkalender fürs Allgäu
Was muss wann in deinen Naturgarten? Hol dir den kostenlosen Monatskalender mit den wichtigsten Aufgaben für jede Jahreszeit im Allgäu.
Professionelle Unterstützung gewünscht?
Vereinbare ein kostenloses Erstgespräch für dein Gartenprojekt im Allgäu.
Termin zur Beratung vereinbaren
Landschaftsgärtner-Meister & Permakultur-Designer · 20+ Jahre Erfahrung
Zuletzt aktualisiert: April 2026
Weitere Artikel
Permakultur im Allgäu: Was das wirklich bedeutet — und warum es hier besonders gut funktioniert
9 Min. · Permakultur
Garten für Faule: Wie ein Naturgarten dir 80% der Arbeit spart
7 Min. · Naturgarten
Gartengestaltung im Allgäu: Warum 90% der Standard-Tipps hier nicht funktionieren
8 Min. · Gartengestaltung